Stillstand an der Grundmühle: Wenn Behörden den Radweg „ausbremsen“
Wer heute auf der L3052 zwischen Kölschhausen und Niederlemp unterwegs ist, erlebt eine neue Verkehrswelt. Wo man früher im dritten Gang behutsam um die Kurven der Grundmühle zirkeln musste, rollt der Autoverkehr heute mit „Volldampf“ über den neuen Asphalt. Die Straße ist fertig, der Verkehrsfluss optimiert. Doch für diejenigen, die ohne Motor unterwegs sind, endet die Fahrt abrupt im Nichts.
Karl Hermann Schaft und Horst Zeidl auf ihren Rädern an der Grundmühle. Symbolbild für den Stillstand: Karl Hermann Schaft und Horst Zeidl testen die Strecke – doch eine sichere Weiterführung fehlt.
Ein „verschlafener“ Anschluss
Es ist eine Posse, wie sie im Buche steht: Im Zuge der Neugestaltung der L3052 wurde die alte Radverbindung über die Grundmühle schlichtweg wegrationalisiert. Dass Radfahrer aus Dreisbach auch künftig sicher Richtung Niederlemp oder Kölschhausen kommen wollen, scheint bei der Planung schlichtweg vergessen worden zu sein.
Im September 2025 machten wir – die AG Mobilität Ehringshausen zusammen mit Karl Hermann Schaft und Horst Zeidl – bei einem Ortstermin mit der Wetzlarer Neuen Zeitung (Herrn Reh) auf diesen Missstand aufmerksam. Die Botschaft war klar: Die Gemeinde hat den Zeitpunkt verpasst, und die Behörden haben das Thema schlicht verschlafen.
Ministerielles „Go“ trifft auf bürokratisches „Stopp“
Eigentlich sah es kurzzeitig nach einem Happy End aus. Durch eine private Initiative wurde Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori eingeschaltet. Das Problem war absurd: Die Behörde Hessen Mobil hatte ausgerechnet die Fläche für einen potenziellen Radweg als ökologische Ausgleichsfläche blockiert.
Der Minister reagierte jedoch schnell und unbürokratisch: Er gab die Zusage, dass der Radweg über diese Ausgleichsfläche geführt werden darf. Damit war der Grundstein eigentlich gelegt, zumal auch der Lahn-Dill-Kreis in seinem Radwegeverkehrskonzept die angrenzenden Wiesen als Radverbindung vorgesehen hat.
Das Regierungspräsidium: Die neue Bremse im System?
Man könnte meinen, im Frühjahr 2026 sollten die Bagger rollen. Doch weit gefehlt. Aktuell bekommt man den Eindruck, dass das Regierungspräsidium das Zepter der Verzögerung übernommen hat.
Die bittere Bilanz: Trotz ministerieller Freigabe und klarem Bedarf herrscht Stillstand. Es wirkt fast so, als würden sich die Behörden gegenseitig behindern, anstatt im Sinne der Bürger zusammenzuarbeiten.
Die Freigabe des Staatsministers scheint in den Fluren der Verwaltungen schlicht ignoriert zu werden. Während Autos ungehindert vorbeirauschen, werden die Radfahrer wortwörtlich an der Nase herumgeführt.
Wie geht es weiter?
Wir lassen nicht locker. Es kann nicht sein, dass eine moderne Verkehrsplanung die schwächsten Teilnehmer vergisst und danach in bürokratischer Starre verharrt. Wenn sich in den nächsten Wochen nichts bewegt, wird die Wetzlarer Neue Zeitung erneut vor Ort sein, um zu klären: Wer blockiert hier eigentlich wen – und warum wird NICHTS getan?
Ich werde weiter für euch berichten!

